Meditation: Bedeutung, Arten, Herkunft und wissenschaftliche Studien

Damit dir der Einstieg in die tägliche Praxis leicht fällt, beschreiben wir dir in diesem Beitrag einfach und verständlich woher Meditation kommt, was es bedeutet und welche Arten es gibt.

Wir stellen dir zudem wissenschaftliche Studien vor die zeigen, dass sich bereits ein 8-wöchiges Mediationstraining positiv auf die Gehirnstruktur, die mentale Leistungsfähigkeit und auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt.

Wir freuen uns dass du dabei bist!

Was ist Meditation?

Meditieren ist eine spirituelle Praxis, die dazu dient, das eigene Bewusstsein zu erweitern. Regelmäßige Meditation hilft und unterstützt dich dabei, die Gedanken zu ordnen, den Geist zu beruhigen und die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.

Meditation wird in fast allen Religionen und Kulturen der Welt, auf eine individuelle Art und Weise praktiziert. Religiöse Wurzeln gibt es in der christlichen wie auch in der fernöstlichen Tradition. Im Hinduismus, Buddhismus und Daoismus hat Meditation bspw. eine ähnliche Bedeutung wie das gängige Gebet im Christentum.

Was bedeutet Meditation?

Die offizielle Definition von Wikipedia beschreibt die Herkunft und Bedeutung von Meditation kurz, einfach und verständlich:

Das Wort Meditation stammt aus dem lateinischen „meditatio zu meditari“ und bedeutet soviel wie nachdenkennachsinnenüberlegen.

Wikipedia

Arten der Meditation

Meditation kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise praktiziert werden.

Generell unterscheidet man zwischen passiver und aktiver Meditation; mehr dazu gleich.

Es gibt bereits eine ganze Menge an verschiedenen, vordefinierten Übungen auf dem Markt.

Idealerweise versuchst du dich einfach mal, und entscheidest auf Basis der gesammelten Erfahrungen welche Methode am besten zu dir passt. Wichtig ist, dass sich die Praktik gut anfühlt, alles weitere ergibt sich dann mit der Zeit von selbst.

Eine „einzig wahre“ Meditationsart gibt es meiner Ansicht nach nicht, je nach Person kann sich die Eine oder die Andere Variante als angenehm und passend herausstellen.

Folgend eine Liste der bekanntesten Meditationsarten:

  • Sitzmeditation
  • Gehmeditation
  • Achtsamkeitsmeditation
  • Transzendentale Meditation (by Maharishi Mahesh Yogi)
  • Dynamische Meditation (by Osho)
  • Yoga
  • Tantra

In MeditationX gehe ich auf die oben beschriebenen Varianten etwas näher ein.

Die Sitz, Geh- und Achtsamkeitsmeditation sind meiner Erfahrung nach die einfachsten und auch gängigsten Meditationsarten.

Meditation kommt übrigens auch in vielen Kampfkünsten, also bspw. bei Karate, Judo, Aikidō oder Kinomichi zum Einsatz.

Meditationstechniken

Ein leichtes lächeln, dass der Buddha trägt, während er mit geschlossenen Augen im Schneidersitz meditiert, ist ein bekanntes Bild. Meditation wird häufig ausschließlich mit stillem Sitzen in Verbindung gebracht, doch es gibt neben rein passiven Meditationen auch die aktiven Varianten.

Jede Technik beinhaltet unterschiedliche Herangehensweisen und Praktiken, die ich dir gleich vorstellen werde.

Passive Meditation

wirkt beruhigend, in sich kehrend, konzentrierend

Passive Meditation beinhaltet das Verweilen mit Wenigem (meditatio), Minimalismus, Achtsamkeitsübungen (*Vipassana oder Zazen), Konzentrationsübungen, stilles Sitzen oder stille Meditation und Gebete, die den Geist beruhigen (auch contemplatio genannt).

Passive Meditation wird oft mit dem Begriff “Kontemplativ” erweitert. Kontemplativ bedeutet “konzentriertes Betrachten”. Im Zusammenhang mit Meditation meint diese Erweiterung die Betrachtung eines geistigen, ungegenständlichen Objekts, in das man sich vertieft, um darüber Erkenntnis zu gewinnen. 

*Vipassana und Zazen sind sehr bekannte Meditationsarten aus den traditionellen buddhistischen Kontemplationsschulen.

Die Hauptaufgabe innerhalb dieser Beiden Arten besteht darin, aufrecht zu Sitzen, um ein harmonisches Verhältnis von Spannung und Entspannung zu wahren. Es wird versucht, vollkommen Anwesend und Achtsam im gegenwärtigen Augenblick (im Hier und Jetzt) zu sein.

Der Meditierende übt sich darin, emotionale und körperlich auftretende Erscheinungen wertungsfrei zu beobachten und anzunehmen, während der Geist konzentriert und fokussiert bleibt.

Varianten der passiven Meditation sind bspw.:

  • Stilles Sitzen / Ruhemeditation
  • Achtsamkeitsmeditation (Vipassana / Zazen)
  • Konzentrationsmeditation
  • Transzendentale Meditation

Aktive Meditation

wirkt ausdrucksstark, belebend, lebendig

Aktive Meditation beinhaltet im Gegensatz zur passiven Meditation, Übungen, die eher expressiv, also ausdrucksstark statt rückziehend oder in sich kehrend wirken.

Durch Atmung, Bewegung, Tanzen oder Singen wird versucht, in einen expressiven, positiven, lebendig-meditativen Zustand zu kommen.

Während einer aktiven Meditation wie z.B. bei der Dynamischen von Osho, ist der Meditierende nicht auf die eigenen Gedanken fokussiert, sondern vielmehr auf den Körper, auf die Atmung und auf die Bewegung.

Im Vergleich zu passiven Meditationen, wirken Aktive belebend, ohne dass die Gefahr besteht, sich während der Übung in den eigenen Gedanken und Gefühlen zu verlieren.

Viele Menschen die mit passiver Meditation beginnen, werden häufig von ihren Gedanken und Gefühlen überwältigt und sind daher nicht in der Lage, tief in sich zu gehen und voll zu entspannen. Passive Meditation kann sich dann sogar teilweise negativ auf das eigene Wohlbefinden auswirken.

Sicher verstehst du nun weshalb es wichtig ist herauszufinden, ob du eher der passive oder aktive Typ bist. Probieren geht hier über studieren, versuche dich am besten einfach mal und entscheide auf Basis der gesammelten Erfahrungen.

Varianten der aktiven Meditation sind bspw.:

  • Geh-Meditation
  • Yoga
  • Tantra
  • Dynamische Meditation
  • Tanzen, Singen, Musik
  • Kampfkünste wie Karate, Judo, Aikidō

Religion, Herkunft & Historie

Meditation wird in fast allen Kulturen und Religionen praktiziert. Das Ziel von meditativen oder geistigen Übungen unterscheidet sich von Tradition zu Tradition nur geringfügig.

Das unmittelbare Erfahren des Nirwana (im Buddhismus, Hinduismus & Jainismus) oder des göttlichen (in der christlichen, islamischen und jüdischen Traditionen) ist eines der höchsten Ziele.

Fernöstliche Tradition

Die Wurzeln von Meditation führen nach heutigem Wissensstand zu den hinduistischen und buddhistischen Traditionen Indiens zurück.

Eine der traditionsreichsten und bekanntesten Formen von Meditation entwickelte sich zeitgleich im indischen Yoga.

Christliche Tradition

Innerhalb der christlichen Tradition wurden bereits im Mittelalter geistige Übungen gelehrt, wie z.B. die aufmerksame Lesung (lectio), die gegenstandsfreie Anschauung (meditatio), das Gebet (oratio) und die gegenständliche Betrachtung (contemplatio).

Ziel dieser Übungen war es, den Verstand und Geist zu beruhigen sowie mit Gott oder dem göttlichen in Verbindung zu treten, ähnlich wie bei den im fernen Osten entstandenen Meditationspraktiken.

Warum meditieren?

Steigende Verantwortung, mehr Arbeit, weniger Zeit, Stress, Hektik und ein immer komplexer werdendes System, in Kombination mit einer enorm schnell wachsenden Technologie, wirken überfordernd, teilweise sogar unangenehm und überwältigend auf unseren Geist und unser Wesen.

Es ist eine echte Herausforderung geworden, inmitten dieser rasanten Entwicklung innerlich ruhig, entspannt und ausgeglichen zu bleiben.

Noch nie war unsere Spezies so hektisch und ungesund unterwegs wie heute, eine Prävention, besonders für hochsensible Menschen, ist meines Erachtens daher wichtiger den je.

Regelmäßige Meditation bringt nachweislich einige, wertvolle Benefits mit sich, dazu zählen unter anderem.:

  • Positive Veränderung der Gehirnstruktur
  • Steigerung des Kurz- und Langzeitgedächtnis
  • Unterstützt Kreativität & Innovation
  • Reduziert die Reaktion auf emotionale Bilder
  • Fördert das allgemeine Wohlbefinden

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich kontinuierliches meditieren positiv auf die physische wie auch auf die psychische Gesundheit auswirkt.

Einige Studien der bekanntesten Institutionen und Universitäten stelle ich dir in den folgenden Abschnitten kurz vor.

Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.

Eckhart Tolle

Studien & Benefits

Steigerung des Erinnerungsvermögens

Die hervorgehobene rote Region des Gehirns zeigt den Hippocampus, der von Erfahrenen Meditierenden eine erhöhte Aktivität während der Meditation gezeigt hatte.

In sog. Neuroimaging-Studien konnte beobachtet werden, dass sich bei erfahrenen Meditierenden bis zu acht Hirnregionen konsistent verändert haben.

Darunter zählen Bereiche die für die Meta-Bewusstseinsbildung entscheidend sind (frontopolarer Kortex/Brodmann-Bereich 10), exterozeptive und interozeptive Körperwahrnehmung (sensorischer Kortex und isolierter Kortex), Gedächtniskonsolidierung und -rückverfestigung (Hippocampus), Selbst- und Emotionsregulation (anteriorer cingulärer Kortex und orbitofronter Kortex) sowie intra- und interhemisphärische Kommunikation (überlegener longitudinaler Fasciculus); Corpus callosum).

Diese Veränderungen waren gekennzeichnet durch Dichtezunahmen in Graustoffregionen und Weißstoffbahnen im Gehirn von Personen die meditieren, im Vergleich zu Personen, die dies nicht tun.

Von allen Bereichen mit gemeldeten Befunden wurde eine größere Anzahl von strukturellen Veränderungen in der linken Hemisphäre gefunden.

Sofern du dich zum ersten Mal mit dem menschlichen Gehirn beschäftigst, werden dir die oben genannten Begriffe und Beschreibungen wahrscheinlich nichts sagen. Mit einer entsprechenden Recherche (Sachbücher oder Suchmaschinen) kannst du dir aber Abhilfe schaffen.

Quelle: Hirnaktivität und Meditation  

Reduziert die Reaktion auf emotionale Bilder

Studie der Harvard Medical School

Studienteilnehmer, die eine achtwöchige Meditationsausbildung absolvierten, hatten die Aktivität in der rechten Amygdala (hervorgehobene Struktur) als Reaktion auf emotionale Bilder reduziert, auch wenn sie nicht meditierten.

In einer Studie vom November 2012 wurde herausgefunden, dass bereits ein 8-wöchiges Meditationstraining messbare Auswirkungen auf die Funktionsweise des Gehirns haben kann, auch dann, wenn die Teilnehmer vor Antritt des Meditationskurses noch nicht aktiv meditiert haben.

In einem Report der November Ausgabe von Frontiers in Human Neuroscience , konnte die Harvard Medical School in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts General Hospital (MGH) und der Boston University (BU) ebenfalls Auffälligkeiten und Effekte im Gehirn erkennen, die sich sich je nach Meditationsart die praktiziert wurde, unterschieden.

Studie: Die positiven Auswirkungen der Meditation

Bewusstere Steuerung von emotionalen Reaktionen

Studie des National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH)

Die hervorgehobene Region des Gehirns zeigt den vorderen cingulären Cortex, ein Bereich der emotionale Reaktionen steuert und während der Meditation verstärkte Aktivitäten aufweist.

Im Jahr 2012 wurden Gehirnscans von 100 Teilnehmern verglichen. 50 Scans von Teilnehmern die meditieren und von 50 die nicht meditieren.

Bei den Meditierenden weist das Gehirn mehr Falten in der äußeren Hirnschicht auf. Dieser Effekt wird Gyrifikation genannt → das ist die Fähigkeit des Gehirns Informationen zu verarbeiten. Durch regelmäßige Meditation wird diese Fähigkeit nachweislich erhöht.

Meditation führt zudem zur Aktivierung des vorderen cingulären und des ventromedialen präfrontalen Cortex, ein Bereich der u.A. die Regulierung und Steuerung von emotionalen Reaktionen im Körper beeinflusst.

Quelle: Meditation: In der Tiefe  

Meditationsbücher

Meditation & spirituelles Erwachen

Wenn du dich noch tiefer in das Universum der Meditation einlesen möchtest, empfehle ich dir die folgenden 3 Bücher. Jedes Buch gibt es auch als Kindle-Version.

Meditation für Anfänger von Vital Experts ist derzeit der Bestseller in Meditation. Das Buch beinhaltet neben Hintergrundwissen auch Anleitungen um schlechte Gefühle aufzulösen, Hilfestellung zur Raucherentwöhnung, eine Einführung in autogenes Training und viele Meditationsübungen.

Das orangene Buch von Osho stellt 90 verschiedene Meditationen mit unorthodoxen Techniken vor. Osho war ein spiritueller Lehrer der unter anderem die dynamische Meditation ins Leben gerufen hat, eine der bekanntesten, aktiven Meditationsarten.

Jetzt – Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle beinhaltet viele meditative, geistige Übungen. Dieses Buch ist zudem ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen.

Meditations-Apps

Wenn du geführte Meditationen mit Apps bevorzugst, empfehle ich dir entweder Headspace, 7Mind oder Calm. Diese Apps sind zu Beginn kostenlos, bewegen sich dann bei ca. 50 – 80 Euro pro Jahr.

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